ROHSTOFFE    Borkarbid B4C
 

Produkte:

Schleif- und Poliermittel, Schalen, Becher, Mörser Glühtiegel, Schiffchen, Schutzrohre, Tiegel für Leicht- und Buntmetallschmelze, verschleißfeste Platten und Rohre, Panzerplatten, Absorberstoffe

Beschreibung:

Man gewinnt Borkarbid B4C aus Bortrioxid und Kohlenstoff ähnlich wie Siliciumkarbid durch Erhitzen des Gemischs im elektrischen Widerstandsofen auf über 2500 °C. Das Material, das in Blockform erstarrt, muß dann zerkleinert werden. Borkarbid gehört zu den härtesten Stoffen und wird daher viel in loser Form als Schleifmittel anstelle von Diamant verwendet. Die keramische Verfestigung gelingt durch Heißpressen, was allerdings den Formenspielraum einengt. Das Heißpressen erfolgt in Graphitformen bei Temperaturen über 2000 °C unter Schutzgas. Ein anderes Verfahren besteht darin, drucklos vorzusintern und anschließend unter Gasdruck isostatisch nachzuverdichten. Dazu muß das Pulver ultrafein sein mit einem kleinen Zusatz von Kohlenstoff als sinterförderndem Zusatz. Borkarbidkeramik ist extrem verschleißfest und bei Raumtemperatur chemisch beständig. Unter den Hartstoffen hat Borkarbid mit 2,48 g/cm3 die weitaus niedrigste Dichte, was die bevorzugte Verwendung dieser Keramik als Panzerplatten bestimmt. Ab 600 °C beginnt Borkarbid zu oxidieren; mit Metallen reagiert es ab 1000 °C unter Borid- und Carbidbildung. Zur Analyse schließt man es in oxidierenden Alkalischmelzen auf. Die Wärmeausdehnung ist etwas höher als die des Siliziumkarbids; wegen der wesentlich niedrigeren Wärmeleitfähigkeit ist die Temperaturwechselbeständigkeit deutlich schlechter. Von Interesse sind die kerntechnischen Eigenschaften der Borkarbidkeramik. Da das natürliche Bor etwa 20 % des Isotops B-10 enthält, ist Borkarbid, das ja einen hohen Boranteil besitzt, ein wirksamer Neutronenabsorber. Borkarbid ergibt zusammen mit Graphit ein Thermopaar, das zur Temperaturmessung bis zu 2200 °C einsetzbar ist.